Warum Entstehen die besseren Ideen auf Papier?die Antwort finden sie bei google.

Welche Rolle wird Papier im digitalen Zeitalter spielen? Eine Antwort auf diese Frage liefert Google – und zwar nicht nur in seiner Suchmaschine, sondern im Unternehmen selbst.

 

Das Digital-Unternehmen konzipiert seine Produkte und Unternehmen analog  – klassisch mit Whiteboards, Papier, Haftnotizen und Stiften. Ohne Computer, Tablets oder Smartphones. Während der sog. „Entwicklungs-Sprints“ ist deren Gebrauch explizit untersagt, die Geräte sind entweder nicht im Raum oder müssen ausgeschaltet bleiben.

 

Ein analoges Medium definiert sich neu

Nachzulesen ist das im Buch "Sprint" von Jake Knapp von GV (ehemals Google Ventures). GV ist Googles Wagniskapital-Company für Technologieunternehmen. Ein sog. „Design-Sprint“ ist ein Workshop-Format, das auf fünf Tage angelegt ist. In den ersten drei Tagen geht es darum, Fragen zu stellen, Informationen zusammenzutragen, zu analysieren und neu zusammenzusetzen und eine Problem-Lösung zu entwerfen. Dieser Prozess findet ausschließlich auf Papier statt. „Auch wenn wir totale Technikfreaks sind, glauben wir daran, dass es wichtig ist, auf dem Papier zu beginnen.“, so Autor Jake Knapp.

 

Der Grund dafür liegt paradoxerweise in der Digitalisierung selbst. In der digitalen Welt gibt es nämlich keine schnellen und einfachen Lösungen insbesondere für wirtschaftliche oder politische Fragestellungen. Alles ist vernetzt und steht miteinander in einem Zusammenhang.

 

Je komplexer das Problem, desto wichtiger wird Papier bei der Lösung

Und je komplexer die Herausforderung, desto wichtiger wird der Einsatz von Papier bei der Lösung. Warum ist das so?

 

Unser Kurzzeitgedächtnis ist extrem anfällig für das Vergessen. Dort kreisen eingegangene Informationen, die nach und nach innerhalb von 24 Stunden verblassen und schließlich ganz verschwinden, wenn sie nicht wiederholt und verstärkt werden.

 

Hingegen ist unser räumliches Gedächtnis und unsere Fähigkeit, gedankliche Verbindungen zwischen allem möglichen herzustellen, beeindruckend.

 

Und hier kommt Papier ins Spiel. Sich in ein Thema einzuarbeiten oder Ideen zu strukturieren funktioniert mit Hand und Stift besser als mit dem Computer. Schon in der Hand-Bewegung wird das Denken vorgeformt und einzelne Informationen, zumal wenn sie auf einzelnen Zetteln bzw. Haftnotizen erfasst wurden, lassen sich immer wieder neu im Raum anordnen und kombinieren. Hinzu kommt, dass sich durch die Unschärfe von Ideenskizzen und Entwürfen Räume öffnen für neue Zusammenhänge.

 

Papier ermöglicht den Blick aufs große Ganze

Auf Papier wird es möglich, alles auf einen Blick zu erfassen. Das hilft dabei, Muster zu erkennen und neue Verbindungen zwischen einzelnen Informationen herzustellen. Das große Ganze erschliesst sich viel leichter, als wenn dieselben Informationen zwar irgendwo verhanden, aber in Notebooks oder Power-Point Folien versteckt sind.

 

So macht Papier Komplexität auf eine Weise übersichtlicher, die digitale Werkzeuge nicht bieten können. Auf Papier erschliessen sich tatsächlich neue Wege. 

 

Hinzu kommen die bekannten Vorzüge von Papier: Informationen sind schnell zu erfassen und schnell zur Hand. Papier benötigt keinen Akku und keine Steckdose; es erleichtert die Fokussierung in einer fragmentierten, zerstreuten Welt – die nächste Ablenkung ist eben nicht nur einen Klick entfernt.

 

Die großen Entwürfe entstehen auch bei Google auf Papier

Die ganz großen kreativen Entwürfe entstanden immer schon zuallererst auf Papier. Und auch bei Google sind es die Menschen, die mit ihrem Wissen und ihrer Kreativität die Welt gestalten. Computer sind Werkzeuge, um die analog entwickelten Konzepte dann umzusetzen, nicht aber um sie zu entwickeln.