Linoleum – Klassiker der Architektur- und Industriegeschichte

Nur wenige wissen, dass Linoleum ein natürliches Bauprodukt ist. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es ein beliebter Werkstoff der Architekten, weil er Ästhetik und Atmosphäre wie kaum ein anderer in sich vereint. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts gestaltete Peter Behrens Muster für die Deutschen Linoleumwerke. Auch die Bauhaus-Architekten Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe konnten sich dieser Faszination nicht entziehen: Linoleum wurde zum modernen Klassiker der Architektur- und Industriegeschichte.

 

Architekten schätzen das Material insbesondere wegen seiner Gestaltungsmöglichkeiten, seiner biologischen Unbedenklichkeit und weil es nahezu unverwüstlich ist. Zudem ist der Werkstoff elastisch sowie haptisch sehr angenehm. Die meisten Menschen mögen seinen einzigartigen Geruch. Dazu ist Linoleum auch noch sehr strapazierfähig – alles Eigenschaften, die es auch zu einem idealen Einbandmaterial für außergewöhnliche Notizbücher machen.

 

Linoleum ist heute ein umweltfreundlicher Geheimtipp

Seit seiner Erfindung durch den Engländer Frederick Walton im Jahre 1863 wird Linoleum mit praktisch unveränderter Rezeptur hergestellt. Die wesentlichen Bestandteile sind bis heute Leinöl, Harze, Kork, Holz- und Kalksteinmehl und Jute. Durch den zunehmenden Einsatz von billigeren Kunststoffen als Bodenbelag ging der Linoleum-Einsatz seit den 1950er-Jahren stetig zurück. Der umweltfreundliche und kompostierbare Werkstoff erlebte erst mit dem zunehmenden Umweltbewusstsein seit den 1980er-Jahren eine Renaissance. 

 

Dennoch wird Linoleum von den meisten Menschen immer noch mit „Kunststoff“ verwechselt oder als solcher bezeichnet. Und so ist das Material als natürliches Bauprodukt heute ein umweltfreundlicher Geheimtipp geworden.

 

Linoleum verbindet Kunst und Design

Dieser besondere Werkstoff schafft eine einzigartige Verbindung zwischen Kunst und Design – gepaart mit Robustheit und Flexibilität. Dies machte es nicht nur zum Liebling der ‚Bauhäusler‘; und inspirierte uns, mit LinoBooks einen handfesten Begleiter für den Alltag schöpferischer Menschen zu kreieren.

 

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Der Werkstoff Linoleum im Überblick

 

Linoleum besteht zu 100% aus organischen und mineralischen Rohstoffen – von denen über 80% nachwachsend sind – und an denen sich seit der Erfindung des Produktes im 19. Jahrhundert nichts Wesentliches verändert hat. 

 

Zu den Bestandteilen von Linoleum gehören:

 

LEINÖL, das aus dem Samen des Flachses gewonnen wird.

HARZE sind neben dem Leinöl der zweite wichtige Bestandteil des Bindemittels. 


TROCKENSTOFFE (Sikkative) beschleunigen den Oxidationsvorgang des Leinöls und damit auch den Produktionsablauf. Die früher üblichen Blei- und kobalthaltigen Trockenstoffe sind heute durch unbedenkliche Substanzen wie Mangan ersetzt.

HOLZ-, KORK- und KALKSTEINMEHL (KREIDE) dienen als Füllstoffe.

FARBPIGMENTE sind natürlichen Ursprungs oder natur-identisch und enthalten heute weder Blei noch Cadmium oder Chrom.

JUTEGEWEBE bildet das Trägermaterial des Linoleums.

LINOLEUMMEHL entsteht durch Schreddern, Schroten und Mahlen der Produktionsabfälle und wird in dosierten Mengen wieder der Grundmasse zugeführt.

 

(Quelle: baunetzwissen.de)